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Trilok Gurtu. Jakob Bänsch Quartett. Claus Fischer Band. 44. Leverkusener Jazztage

7. November 2023 | 18:30 Uhr

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Veranstaltungsreihe Veranstaltungsreihe: Leverkusener Jazztage 2024

Trilok Gurtu

Seine gesamte glanzvolle Karriere als Drummer und Pionier der Weltmusik hindurch, stand Trilok Gurtu immer am Berührungspunkt von klassisch indischer Musik, westlichem Jazz und Funk, sowie afrikanischer und brasilianischer Musik. Es war über fünf Jahrzehnte lang sein Modus Operandi Musik zu machen, die sich nicht einfach einordnen lässt. Der am 30 Oktober 1951 in eine Hindu Brahmanenfamilie aus Bombay (heute Mumbai) hineingeborene Trilok, ist der Sohn der in der klassischen indischen Musikszene legendären Vokalistin Shobha Gurtu. Ermutigt von seiner Mutter begann er im Alter von sechs Jahren Tablas zu spielen. Später lernte er bei Shah Abdul Karim und mit 13 Jahren begleitete er bereits seine berühmte Mutter. 1976 übersiedelte er nach Europa und begann mit dem Trompeter Don Cherry zu spielen. Ab 1977 arbeitete er mit dem Saxophonisten Charlie Mariano, dem Keyboarder Rainer Bruninghaus und dem Bassisten Barre Phillips zusammen. In den 80er Jahren stachen vor allem seine Arbeiten mit der wegweisenden Jazz- und Weltmusikgruppe Oregon (die Alben Ectopia aus 1987 und 44th Parallel aus 1988) und mit der Gitarrengröße John McLaughlin (Live at the Royal Festival Hall aus 1989) hervor.

Was erwartet uns 2023? Nun, auf dem neuen Alblum One Thought Away geht der Tabla Meister, gefühlvolle Trommler, Keyboarder, Bassist und Spieler der Basic 1 beim Improvisieren in einem auf das Wesentliche reduzierten Studio-Setting noch einen Schritt weiter als jemals zuvor. Die Ergebnisse sind brilliant und vereint stilistisch vielfältig traditionell indische-Elemente mit experimentellen Jazz- und Electronica-Einflüssen.

Jakob Bänsch Quartett special guest Alma Naidu

Jakob Bänschs Opening ist das überragende musikalische Manifest dieses außergewöhnlich begabten „young lion“aus Pforzheim. Es ist wohl eines der vielversprechendsten Debutalben eines Trompeters, seit Wynton Marsalis 1982 das nach ihm selbst benannte Album für Columbia Records veröffentlicht hat. Beide Trompeter waren bei den Aufnahmen zu ihren jeweiligen Debuts gerade einmal 19 Jahre alt, mit einem Abstand von 40 Jahren zwischen ihnen. Marsalis hat sich im Anschluss daran zum vermutlich vollkommensten und weithin gefeierten Trompeter seiner Generation, sowie zu einem internationalen Botschafter des Jazz entwickelt. Bänschs Opening ist ein Vorbote der großen Dinge, die wir von ihm in Zukunft noch erwarten können. „Wynton ist eines meiner großen Idole“, so Jakob. „Rein technisch betrachtet, ist er im Bereich Improvisation vermutlich der weltweit beste Jazztrompeter. Und seine klassische Performance hat auf mehreren Ebenen das Trompetenspiel an sich weiterentwickelt.“

Der vielseitige Bänsch ist genauso wie Marsalis sowohl in der Klassik als auch im Jazz zuhause. Seine klassische Trompetenausbildung ist an der makellosen Beherrschung des Instruments das ganze Album Opening hindurch, sowie in einigen seiner gedankenvollen und anspruchsvollen Kompositionen zu erkennen, wie etwa dem an Mahler erinnernden „Yearning“. Von Marsalis abgesehen, haben ihn vor allem die Jazztrompeter Clifford Brown und Freddie Hubbard beeinflusst. Deutlich wird das in seiner messerscharfen Artikulation, der bravourösen Phrasierung und dem blitzschnellen Ansatz in einigen Stücken, wie etwa dem up-tempo Stück „Repression“, dem einnehmend mit Latin-Elementen angereicherten „Partida“, der vorwärtsdrängenden, vom Schlagzeug befeuerten 6/8 Toberi in „Exosphere“, und in der dramatisch ausgeführten Titelnummer.

Aber Bänschs Debut ist schwerlich ein Fall von Selbstdarstellung seine technischen Fähigkeiten, obwohl diese in jedem Stück deutlich zu erkennen sind. Es sind vielmehr sein voller, schöner Ton und  das Faible für Lyrismus, gepaart mit seiner geradezu instinktgeleiteten Improvisation, die Opening zu einem so tiefgründigen ersten Statement machen. „ Es war sicherlich nicht meine Absicht mich mit diesem Album als junger Trompetenvirtuose in Szene zu setzen. Vielmehr will ich als Schöpfer von berührender Musik wahrgenommen werden, “ erklärt er. „Für mich ist die Trompete nur ein kleines Instrument, das einem größeren Ganzen dient – der Musik.“

Claus Fischer Band feat. Peter Weniger

Ein Album aufzunehmen, ist eine schöne Sache. Selbst-Geschriebenes Klang werden lassen, die zu den Stücken passenden Musiker einladen, nach eigenem Gusto arrangieren und gestalten, kurz: die musikalische Regie und Dramaturgie innehaben. Das Ergebnis kann im besten Falle einer identity card gleichkommen, einem tönenden Personalausweis.

Doch auch wenn heutzutage fast jeder Instrumentalist früher oder später ein Solo-Album vorlegt, gibt es immer noch einige, für die ein solches Vorhaben nicht oben auf der Prioritätenliste steht. Das gilt z.B. für vielbeschäftigte Studio-Musiker, denen es Spaß macht, an Projekten Anderer mitzuwirken und auch eigenen kreativen Input miteinzubringen. Claus Fischer ist so jemand. Und es gilt für solche, die einen Großteil ihres professionellen Daseins on the road verbringen. Und auch zu denen zählt Claus Fischer. Die Frage, die ihm viele stellten – die nach einer eigenen Platte -: Für ihn stellte sie sich nicht wirklich. Denn auch in Diensten Anderer konnte er immer seine Qualitäten einbringen. Als einer der weltbesten E-Bassisten, druckvoll wie nur wenige, ein Fels in der brodelnden Brandung von Funk, Rock und Fusion.

Doch dann kam die Pandemie. 2020 und 21 hätten Jahre voller Termine werden können, mit geplanten Tourneen u.a. von Wolfgang Haffner, Simon Oslender und Angelo Kelly. Alle und alles Weitere abgesagt. Da ist Improvisieren vonnöten. Not macht bekanntlich erfinderisch. Aus der Not eine Tugend machen… Angesichts leerer Terminkalender haben solche Weisheiten nicht mehr Substanz als die eines Kalenderspruchs. Unbestritten: Viele Musiker haben in dieser so schwierigen Situation das „Beste“ daraus gemacht oder es im Rahmen ihrer Möglichkeiten zumindest versucht.

 

  • Einlass: 18:00 Uhr
  • Beginn: 18:30 Uhr

  • VVK: 38,00 €
  • AK: 48,00 €
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Details

Datum:
7. November 2023
Zeit:
18:30 Uhr
Veranstaltungsreihe:
Veranstaltungskategorien:
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www.leverkusener-jazztage.de

Veranstaltungsort

Erholungshaus
Nobelstraße 37
51373 Leverkusen
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