Peperoncino, Hitdorf

ESSPLATZ AM RHEIN.

Ein Dorf am Rhein braucht Orte, an denen etwas passiert. Orte, an denen man trödelt, feiert, sich auf ein Glas trifft oder einfach nur dem Abend zusieht. In Hitdorf entsteht gerade so ein Ort neu: der Hafenplatz. Noch riecht manches nach frischem Stein und Aufbruch, doch die Fantasie arbeitet bereits. Trödelmärkte am Wochenende, Hafenfeste im Sommer, Menschen auf den Stufen zur Deichmauer, ein bisschen Dolce Vita zwischen Fahrrädern, Rheinblick und Feierabendlicht. Und mittendrin: das Peperoncino. Mediterraner Impulsgeber und, wenn man so will, das kulinarische I-Tüpfelchen dieser neuen Rheinpromenade.

Das Ristorante liegt an der Rheinstraße wie eine beiläufige Einladung zum Innehalten. Dunkle Hölzer, große Fenster, auch im Erdgeschoss fällt der Blick auf den Fluss – nur eben nicht ganz so spektakulär wie oben. Denn dort wartet mein Lieblingsplatz: das Sonnendeck unter dem Glasdach im ersten Stock. Hier öffnet sich der Himmel, die Marina liegt zu Füßen, der Rhein zieht vorbei. Zugegeben: In diesen Raum bin ich ein wenig verliebt. Die Terrasse bleibt eine gute Option, wenn oben alles besetzt ist. Aber erste Wahl? Ganz klar das Oberdeck.

Kaum sitzt man, beginnt das eigentliche Schauspiel. Antipasti treffen ein, begleitet von Pizza Pane, großzügig mit Knoblauch bedacht. Salame Calabrese, Vitello Tonnato, Burrata – vertraute Klassiker, die hier nicht geschniegelt wirken, sondern nach echter Lust am Essen schmecken. Und dann diese kleine Überraschung: Oliven, serviert auf einem knusprigen Hartkäsechip. Ein Detail nur, aber genau jene Art von Einfall, über die man später noch spricht.

Im Peperoncino lautet das Versprechen denkbar unkompliziert: Pizza, Pasta, Vino. Fleisch- und Fischgerichte ergänzen, je nach Saison, die wöchentlich wechselnde Tageskarte. Die Küche versteht sich auf das Prinzip: lieber wenige gute Dinge richtig machen. Als Hauptgang fällt die Wahl auf einen Klassiker der römischen Küche: Carbonara. Cremig nicht durch Sahne, sondern durch das Zusammenspiel von frischem Eigelb und würzigem Hartkäse. Dazu Guanciale, die jene tiefe, fast nussige Speckigkeit mitbringt, an der jede gute Carbonara erkannt werden will.

Was nach diesem mediterranen Mahl noch fehlt? Definitiv ein Espresso. Einer mit ordentlicher Crema und ausgewogenem Geschmack: fein, dezent säuerlich, angenehm rund. Bueno.

Oder, um es mit Adriano Celentano zu sagen: „Azzurro. Himmelblau. Das ganze Jahr such’ ich den Sommer – und jetzt auf einmal ist er schon da.“

Hendrik Neubauer

Ristorante Peperoncino
Rheinstrasse 70
51371 Leverkusen Hitdorf

Ristorante Peperoncino

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