SCHNITZELEI & CO
Fans der deutschen Küche kommen im Kaiser voll auf ihre Kosten: Unter „Schnitzelei“ finden sich die Klassiker auf der Karte, und hinter dem Menüpunkt „Nostalgie“ verbergen sich Speckpfannkuchen, Schinkensülze und Heringsstipp. „Gutbürgerlich“ liegt einem da sofort auf der Zunge – und doch gibt sich die Küche auch europäisch modern. Wer vegetarisch unterwegs ist, wird ebenfalls fündig. Bierfreunde sollten sich den Dienstag rot im Kalender anstreichen: Dann fließt im Kaiser frisch gezapftes Päffgen vom Fass.
Doch das Kaiser bietet noch viel mehr – es ist Nachbarschaft pur. Immer wieder steht man auf und geht an den Nebentisch. „Wie war’s an der Ostsee, Hennes?“ – „Schietwetter, oder wie sagen die da, Jupp.“ Am Nebentisch prostet eine Dame ihrem Mann mit dem zweiten Päffgen zu und verkündet fröhlich: „Das trinken wir am Dienstag immer.“ Zwei Old Boys mit frisch gewaschenen Wacken-Shirts drehen ihre Runde durch den Biergarten, klönen hier und da, um schließlich am Tresen zu landen. Wer hier einkehrt, ist schnell mittendrin: Man kennt sich, spricht miteinander, lacht – und hebt gemeinsam das Glas.
Seit 1950 ist die Gaststätte Kaiser fest in Küppersteger Hand, heute in vierter Generation ausschließlich familiär betrieben. Gefremdelt wird hier nicht, im Gegenteil: Die Gastleute halten auch mit den neuen Gästen ein Schwätzchen. Und wenn die Sonne scheint, lockt der Biergarten mit 70 Plätzen – urgemütlich, wie alles hier.
Wir waren mit unserem Essen durch und mit dem Verdauungsschnaps aufs Haus beschäftigt. Da fielen die Frauen der Bayer-Volleys aus der nahegelegenen Trainingshalle ein – lebendiger lässt sich Nachbarschaft kaum erleben.
Comments are closed.