Brillen Schmidt, City Leverkusen

AUGENBLICKE DER WAHRHEIT

Ich gebe es zu: Der Gang zum Optiker fühlt sich für mich immer ein wenig an wie ein Arztbesuch. Dieses mulmige Gefühl, bevor man weiß, was Sache ist. Sind die Augen schon wieder schlechter geworden? Und was, wenn plötzlich etwas Ernstes entdeckt wird – Grauer Star etwa? Ein Thema, das mit zunehmendem Alter häufiger in Gesprächen auftaucht, als einem lieb ist.

Trotzdem stehe ich an diesem Vormittag vor dem hellen, modernen Geschäft von Brillen Schmidt in Wiesdorf. Der Laden fällt schon von außen auf große Fenster,  immer saisonal dekoriert. Und innen: freundlich, klar, belebt.

„Ich bin der 10-Uhr-Termin“, sage ich beim Eintreten. „Dann kann es ja losgehen, Herr Neubauer“, begrüßt mich Dorothee Schmidt, die In-haberin.

Schmidt ist eine Frau, die Ruhe und Zugewandtheit gleichzeitig ausstrahlt. Die Optikermeisterin führt das Geschäft in zweiter Generation; ihr Vater hat es 1975 hier in Leverkusen gegründet. Brillen Schmidt eilt der Ruf voraus, technisch auf dem neuesten Stand zu sein – deswegen bin ich hier. Das Unternehmen ist der einzige Optiker der Stadt, der den DNEye-Scanner der dritten Generation von Rodenstock einsetzt – ein Gerät, das die Augen bis in die kleinsten Strukturen analysiert.

Zunächst folgt das Gewohnte: das Buchstabenraten, das Ablesen, das leichte Blinzeln, wenn die Buchstaben verschwimmen. Routine. Dann wird es ernst. Der DNEye-Scanner misst Netzhaut, Hornhaut, Lichtbrechung. Auf dem Bildschirm fährt eine Art Highway ins Bild, am Ende schwebt ein Heißluftballon. Er kommt näher, verschwindet, wird wieder scharf. Fünf Minuten dauert das, dann steht das Ergebnis fest: keine Auffälligkeiten, kein Verdacht auf Grauen Star.

Ich atme durch. Schmidt lächelt. „Wir verstehen uns als Dienstleister im Gesundheitswesen“, sagt sie. „Aber wir ersetzen natürlich keine ärztliche Untersuchung. Wenn wir Auffälligkeiten entdecken, schi-cken wir die Kunden zum Augenarzt.“ Das beruhigt. Und jetzt darf es um die schöne Seite des Termins gehen: die neue Brille. „Frau Schmidt, wie machen Sie das eigentlich, wenn ich keine eigenen Vorstellungen äußere – und mich komplett auf Sie verlasse?“ Sie lächelt. „Dann scanne ich im Geist Ihr Gesicht – oder besser gesagt: Ihren Kopf. Und dann fällt mir meist schon die passende Brille für Sie ein. Ihr Kopf ist ja extrem groß, das schließt von vornherein viele Modelle aus. Und Ihre Ohren liegen sehr weit hinten.“ Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. „Extrem weit hinten? Das hat mir noch niemand gesagt.“ „Wir sind hier ehrlich“, antwortet sie trocken – und geht zu einem Brillenregal.

„Sie sind ein Freigeist“, verkündet sie. In der Hand hält sie mir ein markantes Brillengestell entgegen. „Eine Marke, die Sie nicht überall finden. Auserverlesene Modelle, markant, eigenständig – für Menschen, die nicht aussehen wollen wie alle anderen.“ Ich probiere, schaue in den Spiegel – es klickt. Die Brille sitzt, und irgendwie auch die Stimmung. Abschließend geht es um die Glasauswahl. Auch hier lerne ich die kompetente und ehrliche Beratung zu schätzen. Ich entscheide mich recht schnell – ohne das Gefühl, dass mir etwas aufgedrängt wird. Es geht um meine Gesundheit und darum, den ganzen Tag über den Durchblick zu behalten.

„Auf Wiedersehen!“ – Am Ende verlasse ich das Geschäft mit dem Gefühl, gesehen worden zu sein. Und freue mich nicht nur darauf, die neue Brille bald auf der Nase zu tragen. Es bleibt auch die Erkenntnis, dass präzises Arbeiten und persönliche Beratung tatsächlich zu einem Ergebnis führen, das den Kunden zufriedenstellt.

Nämlich mich.

Hendrik Neubauer

Foto: (v.l.n.r.) Oliver Bürger, HN, Dorothee Schmidt, Dina Fussy.

 

 

Friedrich-Ebert-Platz 5G
51373 Leverkusen
Tel. 0214 45236

Brillen Schmidt

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