Konzerte

Dritter KlassikSonntag! mit der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen

Datum 22.01.2023
Ort Forum (Großer Saal)

Dritter KlassikSonntag!

Westdeutsche Sinfonia Leverkusen

Stefan Stroissnig Klavier Dirk Joeres Leitung

Wolfgang Amadé Mozart Konzert für Klavier und Orchester d-moll KV 466

Anton Bruckner Sinfonie Nr. 4 Es-Dur

Einführung mit Musik und Gespräch um 11:00 Uhr.

Öffentliche Probe um 17:00 Uhr.

Empfohlen für Familienkarte PLUS für Publikum ab 12 Jahren.

Im „Clavierland“ Wien, wie Mozart seine Wahlheimat nannte, waren sie zeitweise seine Haupt-Einnahmequelle: die „Akademien“, Konzerte für zahlende Subskribenten wie musikalische Laufkundschaft. Im Rahmen einer solchen wurde im Februar 1785 das d-moll-Konzert uraufgeführt, wie alle seine Klavierkonzerte vom Komponisten selbst. Mit seiner formalen Balance zwischen Solo und Tutti und der Emanzipation der Holzbläser gilt es als sein erstes Klavierkonzert sinfonischen Zuschnitts. Dem Auftritt des Soloinstruments rollt das Orchester jedesmal aufs Neue den roten Teppich aus – ganz große Oper! Berückend auch der Mittelsatz, eine Ruhe ausstrahlende Romanze, aufwühlend das Finale, ein Rondo mit vorwärtsdrängendem Hauptthema und reizvollem Helldunkel im durchführungsartigen Mittelteil.

„Mittelalterliche Stadt – Morgendämmerung – von den Stadttürmen ertönen Weckrufe – die Tore öffnen sich – auf stolzen Rossen sprengen die Ritter hinaus ins Freie – Waldesrauschen“ und dergleichen notierte Bruckner zu seiner Vierten Sinfonie, der „Romantischen“, und man schließt: „Programmmusik“. Wenn der Komponist denn nicht, speziell zum Finale befragt, geäußert hätte: „Ja, da woaß i selber nimmer, was i mir dabei denkt hab‘“ – er hielt nämlich gar nichts von solcherlei außermusikalischen Klischees. Die Vierte ist nichts weniger als eine symphonische Dichtung; ihre Romantik liegt in einem organischen Begriff musikalischen Werdens, nicht in zeittypischem Mittelalterkitsch. Der Hornruf zu Beginn ist weniger Signal als vielmehr Keimzelle kommender thematischer Gestalten, deren Werden und Vergehen von schroffen Brüchen und jähen Umschwüngen durchzogen ist. – Nach einer ersten Fertigstellung 1874 unterzog Bruckner das Werk wie so massiven Bearbeitungen. Für die zweite Fassung, die in unserem Konzert gespielt wird, komponierte er 1878 unter anderem ein komplett neues Scherzo.

Foto: Lukas Beck

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